Ringo Starr – Postcards from Paradise (Die Welt)

Man mag zu Ringo Starrs musikalischen Ausflügen eine schwierige Beziehung hegen und der Beweihräucherung ob des Personenkults kritisch gegenüber stehen. Aber was soll dieser verbale Rundumschlag?

Review: Ringo Starr – Postcards from Paradise  aus „Die Welt“.

„Ringo, Du bist kein Beatle mehr! Auf „Postcards From Paradise“, richtet Ringo Starr wieder allerlei Unheil an. So schlimm war es allerdings noch nie

Ringo mit Sonnenbrille, gemütlich grinsend die Finger zum Peace-Zeichen gespreizt, wurde die Chiffre für die Entspanntheit, mit der der Rock’n’Roll seine Helden überleben lässt. Wer von den Pionieren der 60er nicht jung starb, indem er sich zu Tode fixte oder soff, genießt ein Auskommen, das die jungen Rock’n’Roller nie für möglich gehalten hatten. „Hoffe, ich sterbe, bevor ich alt werde“, brüllten sie damals in ihrer Hybris. Heute sind sie über 70, verweigern den Ruhestand und achten auf ihre Diät so streng wie auf ihren Kontostand. Nur wünschte man, Ringo Starr, der in diesem Sommer 75 Jahre alt wird, hätte diese Strenge bei der Qualitätskontrolle seines neuen Albums walten lassen: „Postcards From Paradise“ mit seiner Rentnerauswahl (von Steve Lukather, Todd Rundgren und Gregg Rolie zu Gästen wie Joe Walsh, Dave Stewart, Peter Frampton und Nathan East) ist nicht nur misslungen. Es ist auf eine Weise peinlich, die man einem ironieerprobten Musiker wie Starr nicht zugetraut hätte.
Wer die Liedsammlung, häufig simpelste Blues-Formen, Melodieparodien wie Kinderlieder und erbarmungswürdig banale Texte hört, muss meinen, es müsse sich um einen Irrtum handeln. Hier seien Bänder vertauscht oder Manager der Plattenfirma in Geiselhaft zu ihrem Einverständnis gezwungen worden“  [weiterlesen]

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